Bild: Norbert KICKINGER (urspr. Quelle unbek.)

 Das Infanterieregiment Nr. 84
ist neben dem "Schwester"-Regiment IR 4 "Hoch- und Deutschmeister"
das bekannteste Regiment der Monarchie.

1882
Durch die Neuaustellung der Regminter 81-102, wurde das Infanterieregiment Nr. 84 aus je einem Bataillon der Inf.Rgt. 4, 14, 49 und 59 aufgestellt.

1883
Das Infanterieregiment Nr. 84 wird mit der Regimentskapelle in Dienstgestellt.
Regimentsinhaber "Freiherr von BAUER", Kriegsminister

1883
bekam das Inf.Rgt. Nr. 84 einen neuen Regimentsinhaber und zwar Herzog von "Sachesen-Coburg. Als Ergänzungsbezirksstation wurde WR. NEUSTADT bestimmt. Bis Mitte September bezog das junge Regiment seine Garnison. Die Bataillone I bis III kamen nach WIEN, das IV Bataillon gelangte nach WR. NEUSTADT.

1892
kam das gesamte Regiment nach MOSTAR, HERZEGOWINA.

1895
bezog das Regiment die Garnisonsstadt KREMS a.d. Donau.

1900
Der Feldzeugmeister Arthur „Freiherr von BOLFRAS“, Generaladjutant des Kaisers und 1. Leiter der Militärkanzlei, dem wichtigsten Verbindungsorgan zwischen militärischer Führung und Hof wird neuer Regimentsihnhaber.

1908
Verlegung des IV. Bataillons nach SARAJEWO, BOSNIEN und HERZEGOWINA

1914
Abzug aus KREMS nach 19-jährigem Aufenthalt in den großen Krieg (siehe Aufschrift am Steinertor in KREMS)

1916
4. bis 8. Juni: Schlacht bei SAPANOW (heute: SAPANIV, Oblast TERNOPIL / Bezirk TARNOPOL, UKRAINA / UKRAINE).
Das II und das VI Bataillon fanden gegen eine feindliche Übermacht an Mann und Material ihren ruhmreichen Untergang, wobei die Reste der beiden Bataillone den Durchbruch der russischen Truppen nach LEMBERG / LWIW durch ihren vorbildlichen Einsatz verhindern konnten. Das Standhalten der braven 84er war somit wesentlich für einen strategischen Erfolg in diesem Frontabschnitt!
Aufgrund dieser Leistungen begründete der damalige Divisionär der 25. I.D. GenMjr von BOOG den Wahlspruch: „84 ist Stahl!“
Der 7. Juni wird Regimentstag

1918
Mit Ende des Ersten Weltkrieges wurde am 12. November 1918 das IR 84 nach geordnetem Einrücken in die CARL-Kaserne (WIEN) aufgelöst.

+ In den Jahren 1914-1918 sind 422 Offiziere und 12070 Soldaten des IR 84 gefallen +
So die Aufschrift auf der Gedenktafel in MISTELBACH - die Gesamtverluste beliefen sich auf ein Vielfaches!
Wir werden ihnen stets ein ehrendes Andenken bewahren

Weitere Entwickung des Regimentes:
O
   IR 5 (in der 1. Republik)
O   Ausbildungsregiment 2 (ab der 2. Republik)
O   LWSR 22
O   Jägerregiment 2 (Zusammenlegung von LWSR 21 und LWSR 22)
O   Jägerregiment WIEN (Maria-Theresien-Kaserne)
O   Jägerbataillon WIEN 1 "Hoch- und Deutschmeister"

1989
wurde das k.u.k. Infanterieregiment Nr. 84 als Traditionsschützenkorps des ehem. k.u.k. Infanterieregimentes Nr. 84 " Freiherr von Bolfras " in Form eines Vereines wieder gegründet, welcher somit die Nachfolgeorganisation der im Jahre 1988 aufgelösten "Kameradschaft der ehemaligen 84er" ist. Auch die Fahne ging in das Vereinseigentum über. Der Verein fungierte als Traditionstruppenkörper des LWSR 22 mit Sitz in der CARL-Kaserne (WIEN, KAGRAN), welche mittlerweile geschliffen wurde.

Nach der Schließung der CARL-Kaserne wurde der Vereinssitz in die Maria-Theresien-Kaserne verlegt, wobei zu dieser Zeit kein Traditionsträger bestand, denn das Jägerregiment WIEN hatte nämlich außschließlich das IR 4 als Traditionstruppenkörper zugeteilt bekommen.

2003
Die aus WIEN zu ihrem Ursprung zurückgekehrten 84er feierten im Mai 2003 die symbolische Heimkehr des Regientes, indem sie im Rahmen eines Landesverbandstreffens der wehrhistorischen Gruppen von WIEN, NIEDERÖSTERREICH und BURGENLAND, durch das Steinertor in KREMS defilierten. Für die Teilnehmer ein erhebendes Gefühl, da vor einem knappen Jahrhundert die Kameraden lediglich ausmarschierten, jedoch niemals wiederkehrten.

2004
Brigadier Karl PRONHAGL (Kdt 3. Panzergrenadierbrigade) und Obst iTR FIMBERGER (Kdt Traditionsschützenkorps) beurkundeten am 19. Mai in MAUTERN die kameradschaftliche Verbindung. Dies war somit der formale Akt der Heimkehr des Regimentes.

2017
Am 23. Jänner wurde dem Verein der Status Traditionstruppenkörper vom BMLVS genehmigt und dem Kommando Schnelle Einsätze (KSE) zugeteilt. Der Regimentsgedenktag (7. Juni) wurde vom KSE ebenfalls übernommen. Der Fehrbelliner Reitermarsch wurde jedoch von der aufgelösten 3. Panzergrenadierbrigade als Traditionsmarsch beibehalten.